Logos Bundesfreiwilligendienst Berlin-Brandenburg, Der Paritätische Berlin Brandenburg, Paritätisches Bildungswerk Brandenburg, ijgd

Häufig gestellte Fragen zum Bundesfreiwilligendienst

  • Wie finde ich einen Platz im Bundesfreiwilligendienst?

    Wenn Sie am Bundesfreiwilligendienst teilnehmen möchten und einen Platz suchen, nehmen Sie Kontakt mit uns auf! Gerne können Sie unser Bewerbungsformular ausfüllen. Wenn Sie eine persönliche Beratung wünschen, können Sie uns außerdem telefonisch montags bis freitags von 10-16 unter der Telefonnummer 030 - 6120 313 60 erreichen.

    Wenn derzeit freie Plätze verfügbar sind, schicken wir Ihnen im Anschluss konkrete Vorschläge zu freien BFD-Plätzen zu. Diese suchen wir nach Ihren Interessen und nach Wohnortnähe für Sie aus. Sollten keine Plätze frei sein, informieren wir Sie, ab wann voraussichtlich wieder Plätze verfügbar sein werden.

    Sie können auch direkt über unsere Freiplatzsuche mit möglichen Einsatzstellen in Kontakt treten.

  • An wie vielen Seminaren nimmt man während des BFD teil?

    Der Bundesfreiwilligendienst ist als Lerndienst angelegt. Daher gehört zum Bundesfreiwilligendienst eine pädagogische Begleitung, die unter anderem in Form von Seminaren umgesetzt wird. Die Seminare sind fester Bestandteil des BFD und die Teilnahme daran ist für alle Freiwilligen verbindlich. Die Seminarzeit gilt als Dienstzeit. Unter 27-Jährige besuchen bei einer Einsatzdauer von 12 Monaten 25 Seminartage, wovon fünf Tage der "Politischen Bildung" zufallen. Über 27-Jährige besuchen bei einem 12-monatigem Freiwilligendienst 12 Seminartage. Bei kürzeren oder längeren Dienstzeiten fallen entsprechend weniger oder mehr Tage an. Die Seminare werden in unserem Fall von den pädagogischen Referent_innen der ijgd organisiert und durchgeführt.

  • Bin ich während des BFD sozialversichert?

    Ja, Teilnehmerinnen und Teilnehmer am BFD sind während ihrer freiwilligen Dienstzeit grundsätzlich Mitglied in der gesetzlichen Renten-, Unfall-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.  Die Sozialversicherungsbeiträge werden von der Einsatzstelle entrichtet. Grundsätzlich erwirbt man als Freiwillige(r) auch Rentenanwartschaften, da Freiwilligendienste rentenversicherungspflichtig sind (Vgl. gesetzliche Rentenversicherung im Bundesfreiwilligendienst). Ausgenommen sind die Freiwilligen, die bereits eine Altervollrente beziehen. Versicherungsfrei sind beispielsweise Beamte, Richter, Soldaten auf Zeit und Pensionäre, die Anspruch auf Beihilfe im Krankheitsfall nach beamtenrechtlichen Vorschriften und Grundsätzen haben (§ 6 Abs. 1 Nr. 2 und 6 SGB V).
  • Gibt es eine Altersbeschränkung für den Bundesfreiwilligendienst?

    Nein, jeder, der die Vollzeitschulpflicht absolviert hat, kann im Bundesfreiwilligendienst arbeiten.
  • Habe ich Anspruch auf den vollen ALGII-Regelsatz während meiner Zeit als Bundesfreiwilliger?

    Hier muss grundsätzlich zwischen jugendlichen und älteren Bundesfreiwilligen unterschieden werden. Jugendliche können - wie andere Freiwillige im Jugendalter - eine Aufstockung ihres Einkommens aus ALG II ("Hartz VI")bekommen, wenn die Sach- und Geldleistungen des Trägers ihren Unterhalt nicht decken. Älteren Empfängern von ALG II wird das Taschengeld aus dem Bundesfreiwilligendienst bis auf 200 Euro plus der "weiteren Absetzbeträge vom Einkommen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch" angerechnet (BR-Drucksache 849/10).
  • Habe ich einen Anspruch auf Kindergeld während des BFD?

    Ja, bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres besteht auch im Bundesfreiwilligendienst grundsätzlich ein Anspruch auf Kindergeld.
  • Kann ich die Zeit beim Bundesfreiwilligendienst als Wartesemester für ein Studiumsplatz anrechnen lassen?

    Eine generelle Anrechnungspflicht der Bundesfreiwilligendienstzeit besteht nicht. Je nach Hochschule können aber, abhängig von der Dienstzeit, bis zu drei Wartesemester angerechnet werden. Es gelten dabei die Bestimmungen der jeweiligen Hochschule.
  • Kann ich einen Bundesfreiwilligendienst auch im Ausland leisten?

    Nein, der Bundesfreiwilligendienst kann nicht im Ausland geleistet werden. Mögliche Freiwilligendienste im Ausland sind FSJ/FÖJ im Ausland, der Internationale Jugendfreiwilligendienst (IJFD), der Europäische Freiwilligendienst (EFD/EVS) und der entwicklungspolitische Freiwilligendienst "weltwärts".
  • Kann ich im ALG I – Bezug am BFD teilnehmen?

    Nein. Ein Engagement im Bundesfreiwilligendienst bei gleichzeitigem ALGI-Bezug ist nicht möglich. Im BFD liegt die Mindeststundenzahl bei 20,5 Stunden. Im ALGI-Bezug darf man eine Nebentätigkeit von maximal 15 Wochenstunden ausüben.
  • Kann ich im ALGII – Bezug am BFD teilnehmen?

    Ja, im Bundesfreiwilligendienst können auch Menschen teilnehmen, die ALGII-Leistungen ("Hartz VI") empfangen. Das Engagement muss mit dem / der zuständigen Fallmanager/in oder Berater/in abgestimmt werden. Für ALGII-Empfänger gibt es derzeit einen Freibetrag von 200 €, d.h. dass vom BFD-Taschengeld 200 € anrechnungsfrei sind.
  • Kann ich im BFD Wohngeld beziehen?

    Während des Bundesfreiwilligendienstes besteht grundsätzlich die Möglichkeit, Wohngeld zu beziehen. Nähere Informationen kann man beim Wohnungsamt des Bezirks / der Gemeinde erfragen.
  • Können auch Menschen aus Nicht-EU-Staaten am BFD teilnehmen?

    • Für einen Bundesfreiwilligendienst in Berlin und Brandenburg können sich bei den ijgd bewerben:
      • EU-Bürger_innen
      • Nicht-EU-Bürger_innen, die bereits in Deutschland leben
    • Voraussetzungen für einen BFD sind:
      • 1. ein bis zum Dienstbeginn gültiger Aufenthaltstitel (Visum, Aufenthaltserlaubnis, Aufenthaltsgestattung, Duldung) mit Arbeitserlaubnis
      • 2. Grundkenntnisse der deutschen Sprache
      • 3. ein abgesicherter Lebensunterhalt (das BFD-Taschengeld ist hierfür nicht ausreichend) und eine eigene Unterkunft.
    • Kein Visum benötigen neben den Bürgerinnen und Bürgern der Europäischen Union die Staatsangehörigen von Australien, Israel, Japan, Kanada, der Republik Korea, von Neuseeland und der Vereinigten Staaten von Amerika.
    • Derzeit bieten wir keinen Bundesfreiwilligendienst für Menschen aus Nicht-EU-Staaten an, die noch nicht in Deutschland leben.
    • Für geflüchtete Menschen, die an einem BFD teilnehmen möchten, sind die Hinweise für Geflüchtete im Bundesfreiwilligendienst zu beachten.
  • Können geflüchtete Menschen am BFD teilnehmen?

    Auch geflüchtete Menschen (auch als "Flüchtlinge" oder "Asylbewerber_innen" bezeichnet) können am Bundesfreiwilligendienst teilnehmen. Dabei gelten unterschiedliche Bedingungen, je nach dem, welcher Aufenthaltsstatus vorliegt:
    • Aufenthaltserlaubnis: Hierbei ist ein BFD normalerweise möglich. Ggf. muss die Zustimmung vom Jobcenter eingeholt werden.
    • Aufenthaltsgestattung / BüMA (Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchende/r): Auch hier ist ein BFD grundsätzlich möglich. Allerdings muss vor Beginn die schriftliche Zustimmung der Ausländerbehörde eingeholt werden.
    • Menschen aus den sogenannten "sicheren Herkunftsländern" bekommen in der Regel keine Zustimmung der Ausländerbehörde. Zu diesen Ländern zählen: Albanien, Bosnien und Herzegowina, Ghana, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Senegal, Serbien.
    Es gelten dabei unterschiedliche Freibeträge für das Taschengeld:
    • Für Geflüchtete, die Leistungen vom Sozialamt (Lageso) beziehen (bei Duldung, Aufenthaltsgestattung oder BüMA):
      • bei Grundleistungen wird das Taschengeld voll angerechnet (d.h. bei 300,-€ Taschengeld werden 300,-€ von den Leistungen abgezogen).
      • bei Analogleistungen sind 30% des Einkommens anrechnungsfrei (d.h. bei 300,-€ Taschengeld werden 210,-€ von den Leistungen abgezogen).
    • Für Geflüchtete, die eine Aufenthaltserlaubnis besitzen und Leistungen vom Jobcenter beziehen, gelten 200,-€ als pauschaler Freibetrag, d.h. bei 300,-€ Taschengeld werden 100,- € von den Leistungen abgezogen.
  • Was bringt mir der Bundesfreiwilligendienst?

    Gute Argumente, einen Freiwilligendienst zu leisten, lassen sich immer finden. Ob sie allerdings auch überzeugen, steht auf einem anderen Blatt. Wir finden, dass jede und jeder - egal, ob nach Schulabschluss, Studienabschluss, auf Arbeitssuche, in Teilzeitbeschäftigung oder im Ruhestand - den Freiwilligendienst als Chance nutzen kann. Man kann persönliche und berufliche Erfahrung sammeln, neue Kontakte knüpfen, berufliche Orientierung finden. Über den Freiwilligendienst lernen besonders jüngere Menschen Verantwortung für sich und andere zu übernehmen oder im Team zu arbeiten und erwerben damit soziale Kompetenzen, die sie später erfolgreich im weiteren Berufsleben einsetzen können. Häufig ist mit einem Freiwilligendienst auch der Erwerb von Fachkenntnissen verbunden, die z.B. zu einer Anrechnung des Dienstes als Praktikum zu einem nachfolgenden Studium führen können. Schließlich sind auch das Gefühl, gebraucht zu werden oder die Möglichkeit, sein Wissen einbringen zu können, mögliche Gründe für einen BFD.
  • Was ist der Bundesfreiwilligendienst?

    Der Bundesfreiwilligendienst ist ein freiwilliger, mit einem Taschengeld vergüteter Dienst, der den Zivildienst ab Juli 2011 ersetzt. Er wurde von der Bundesregierung im Dezember 2010 beschlossen und ist gesetzlich geregelt durch das Gesetz über den Bundesfreiwilligendienst (BFDG).

    Der BFD ist als Lerndienst konzipiert, daher gehört zum Dienst eine sog. "pädagogische Begleitung". Diese wird u.a. in Form von Seminaren umgesetzt.

  • Was sind die Unterschiede zwischen dem Bundesfreiwilligendienst und bestehenden Freiwilligendiensten (Freiwilliges soziales Jahr (FSJ), Freiwilliges ökologisches Jahr(FÖJ))?

    • Für den Bundesfreiwilligendienst besteht keine Altersbeschränkung. Das FSJ / FÖJ kann nur bis zum 27. Lebensjahr absolviert werden.
    • Der Bundesfreiwilligendienst kann mehrmals absolviert werden. Das FSJ / FÖJ nur einmal.
    • Ab dem 27. Lebensjahr kann der Bundesfreiwilligendienst als Teilzeitdienst mit mindestens 20,5 Wochenarbeitsstunden geleistet werden. Freiwillige im FSJ / FÖJ arbeiten prinzipiell als Vollzeitkräfte.
    • Die Einsatzfelder des Bundesfreiwilligendienstes sind weiter gefächert als die des FSJ / FÖJ. Zu den zusätzlichen Einsatzgebieten zählen z.B. Altenpflege, Behindertenhilfe, Integrationsarbeit und der Zivil- und Katastrophenschutz.
    • Der Bundesfreiwilligendienst kann nicht im Ausland geleistet werden, das FSJ / FÖJ dagegen schon.
    • Als Träger des Bundesfreiwilligendienstes treten das Bundesamt für den Zivildienst und seine Zentralstellen auf. Das FSJ / FÖJ wird dagegen von anerkannten Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege auf Landesebene getragen.
    • Die Einsatzstellen des Bundesfreiwilligendienstes werden vom Bundesamt für den Zivildienst anerkannt. Die des FSJ / FÖJ dagegen von den anerkannten Trägern auf Landesebene.
    • Beim Bundesfreiwilligendienst wird ein anderes Rechtsverhältnis zwischen Freiwilligem und Bund geschlossen. Beim FSJ / FÖJ gehen die Freiwilligen ein anderes Rechtsverhältnis mit vom Land anerkannten Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege ein.
  • Wer kann beim Bundesfreiwilligendienst mitmachen?

    Jeder deutsche Staatsbürger, der die Vollzeitschulpflicht absolviert hat, kann den Bundesfreiwilligendienst antreten. Auch EU-Bürger können grundsätzlich am BFD teilnehmen, wenn ihr Lebensmittelpunkt am Einsatzort ist. Menschen, die keine deutsche oder EU-Staatsbürgerschaft besitzen, und am BFD teilnehmen möchten, finden hier Informationen.
  • Wie hoch ist das Taschengeld im Bundesfreiwilligendienst?

    Freiwillige im BFD erhalten von der Einsatzstelle ein Taschengeld. Die Höhe des Taschengeldes kann von Einsatzstelle zu Einsatzstelle unterschiedlich sein, hängt von der jeweiligen Stundenzahl ab und orientiert sich auch an Regelungen im FSJ. Somit wird sichergestellt, dass Freiwillige in unterschiedlichen Freiwilligendiensten nicht benachteiligt werden. Neben dem Taschengeld kann die Einsatzstelle den Bundesfreiwilligen Geldersatzleistungen in Form von Unterkunft, Verpflegung oder einer Monatskarte zur Verfügung stellen. Bei den Einsatzstellen, die mit uns (ijgd Berlin und Brandenburg) kooperieren, erhalten die Freiwilligen für eine Vollzeittätigkeit ca. 300,-€ Taschengeld pro Monat.
  • Wie lange dauert der Bundesfreiwilligendienst?

    Freiwillige haben die Möglichkeit, sich zwischen 6 und 18 Monaten zu engagieren. In der Regel dauert ein BFD 12 Monate.
  • Wie viele Wochenstunden muss ein Bundesfreiwilliger arbeiten?

    Für Jugendliche bis zum 27. Lebensjahr beträgt die wöchentliche Arbeitszeit 38,5 bis 40 Stunden. Für Freiwillige über 27 Jahren liegt die Mindeststundenzahl bei 20,5 Stunden in der Woche. Alleinerziehende können sich auch in Teilzeit engagieren, wenn sie jünger als 27 Jahre alt sind. Im Rahmen des Sonderkontingent 2016 in der Flüchtlingsarbeit können sich alle Freiwilligen in Teilzeit engagieren, unabhängig vom Alter.